Fallbeispiele - MRT München

Nachfolgend stellen wir Ihnen einige klinische Fallbeispiele vor.

Falls Sie Interesse an gedruckten Versionen haben, Bilder oder Texte für Präsentationen benötigen oder in unseren Verteiler für die Zusendung der von uns regelmäßig erscheinenden neuen Fallstudien aufgenommen werden möchten, senden Sie uns doch bitte eine E-Mail an: info(at)mrtmuenchen.de

Fallstudie #1 positionsabhängige Spinalkanalstenose der LWS
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Der hier vorgestellte Patient ist ein 64jähriger Mann der seit vielen Jahren unter Schmerzen im Bereich der LWS litt. Vor 1 1/2 Jahren wurde ein X-Stop Implantat zwischen den Dornfortsätzen LWK4/5 eingesetzt, das zur Schmerzfreiheit führte. Nun klagt der Patient wieder über Schmerzen lumbal mit Ausstrahlungen in das Gesäß und in beide Oberschenkel. Im Liegen treten keine Schmerzen auf, im Stehen und im Sitzen jedoch deutliche Schmerzzunahme in Reklination, Schmerzentlastung in Inklination. Der Patient wurde im Upright™ MRT untersucht, sowohl im Liegen als auch im aufrechten Sitzen, in Reklination und in Inklination.

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A-C: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Inklination, Neutralstellung, Reklination
D: Axiale Aufnahme bei L3-L4, Diskusprotrusion mit eindeutiger Einengung des Spinalkanals und Impression des Duralsackes
E: Axiale Aufnahme bei L4-L5, Aufweitung des Spinalkanals durch das X-Stop Implantat
F: Sagittale Aufnahme im Liegen

Die Diagnose: Anlagebedingte längerstreckige relative knöcherne Enge des Spinalkanals von LWK1 bis SWK1. Erhebliche zusätzliche Einengung des Spinalkanals in den Höhen LWK2/3 und LWK3/4 durch Discusprotrusionen. Leichte Abnahme der Wirbelkanalstenosen unter Inklination und in Rückenlage. Unter Reklination ausgeprägte zangenförmige Spinalstenosen bei LWK2/3 und LWK3/4. Bei LWK4/5 postoperativ nur noch angedeutete Spinalkanalstenose. Die Beschwerden des Patienten können als Claudicatio spinalis gedeutet werden und der kernspintomographische Befund zeigt deutlich eine postionsabhängige Spinalkanalstenose.

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Fallstudie #2, Antherolisthesis bei bilateraler Spondylolyse
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Die hier vorgestellte Patientin ist eine 30jährige Frau mit isthmischer Spondylolisthese LWK5 auf SWK1 bei bilateraler Spondylolyse LWK5. Seit ca. einem Jahr leidet die Patientin verstärkt unter Schmerzen, insbesondere bei Rotation, bei Inklination und Reklination. Ein Trauma liegt nicht vor. Ausstrahlungen vorwiegend in den lateralen Oberschenkel und Unterschenkel rechts, geringer auch in den lateralen Oberschenkel links.

Es wurde eine Segmentinstabilität vermutet, die in der liegend MRT nicht nachgewiesen bzw. nicht ausgeschlossen werden konnte.

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Die Patientin wurde darauf hin im Upright-MRT untersucht, sowohl im Liegen als auch im aufrechten Sitzen, in Reklination und in Inklination.
A-C: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Inklination, Neutralstellung, Reklination
D: Parasagittale Aufnahme, Reklination im Sitzen, deutlich sichtbare foraminale Stenose
E: Parasagittale Aufnahme, Inklination im Sitzen
F: Sagittale Aufnahme im Liegen

Die Diagnose: Deutliche Anterolisthesis von LWK5 bei bilateraler Spondylolyse LWK5. Die fehlende Änderung des Ventralversatzes im Liegen, im Sitzen, sowie in Inklination und Reklination spricht gegen das Vorliegen einer Segmentinstabilität. In Reklination ist im Vergleich zur Inklinationsstellung eine Zunahme der foraminalen Stenose rechts bei LWK5 – SWK1 sichtbar, so dass eine intermittierende Irritation der LWK5 Nervenwurzel möglich ist.

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Fallstudie #3, Positionsabhängige Anterolisthesis
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Die hier vorgestellte 65-jährige Patientin leidet seit vielen Jahren über Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule, die sich in den letzten zwei Jahren deutlich verschlimmert haben. Keine Seitenpräferenz, kein Trauma. Schmerzausstrahlung in den ventralen / ventrolateralen Oberschenkel beidseits, rechts deutlich stärker als links. Zunahme der Beschwerden unter Belastung, insbesondere beim Sport.

Eine vor kurzem durchgeführte MRT-Untersuchung im Liegen ergab keine eindeutige Aussage für die Ursache der Schmerzsymptomatik. Daraufhin wurde die Patientin im Upright™-MRT, aurecht sitzend unter Funktion untersucht.

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A-C: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Neutralstellung, Inklination, Reklination
D: Coronare Aufnahme im Sitzen, Neutralstellung
E: Konventionelle Aufnahme liegend in einem Tunnelsystem. Ein Wirbelgleiten ist nicht nachweisbar

Die Diagnose: Durch die Upright-MRT Untersuchung, aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung, konnte eine ventrale Verlagerung des Wirbelkörpers LWK 4 gegenüber LWK 5 nachgewiesen werden, die in der konventionellen MRT-Untersuchung im Liegen nicht nachweisbar war. Beim Übergang in die Inklination ist eine zunehmende Anterolisthesis bei LWK 4/5 sichtbar mit Abnahme des ventrodorsalen Durchmessers des Spinalkanals auf dieser Etage. In der Aufrechten Position sind gegenüber den Liegendaufnahmen flache Bandscheibenprotrusionen auf den Ebenen LWK 2/3 und LWK 3/4 sichtbar. In der coronaren Schnittebene lässt sich eine deutliche linkskonvexe seitliche Fehlhaltung der LWS darstellen.

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Fallstudie #4, Instabile Densfraktur
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Die hier vorgestellte Patientin erlitt vor ca. 40 Jahren ein Halswirbel-Schleudertrauma bei einem Verkehrsunfall. Seit dieser Zeit hat sie migräneartige Kopfschmerzen. Seit 1,5 Jahren bestehen zunehmende Einschränkungen der Halswirbelsäulenbeweglichkeit und Schmerzen im craniocervikalen Übergang. Seit Januar diesen Jahres besteht ausserdem ein Tinitus links, des Weiteren häufig Kribbelgefühl in der linken Hand.

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A-C: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Neutralstellung, Inklination, Reklination
D-E: Coronare Aufnahme im Sitzen, Kopf neutral

Der Befund: Bei der Upright™-MRT des Kopfes zeigen sich Auffälligkeiten des Dens axis. Bei der Untersuchung der Halswirbelsäule, aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung, ist eine Spaltbildung im Axis an der Basis des Dens sichtbar. Durch die Funktionsaufnahmen im Upright™-MRT kann eine Verschieblichkeit des cranialen Dens-Anteils nachgewiesen werden. Die sagittale Aufnahme in Inklinationsstellung zeigt deutlich eine Ventralverlagerung des cranialen Densanteils. Retrodental ist in der sagittalen Aufnahme vermehrtes Weichteilgewebe und zusätzlich in der coronaren Darstellung eine Randwulstbildung am Atlantoaxialgelenk rechts nachweisbar. Insgesamt zeigt sich eine positionsabhängige, geringe spinale Enge auf Höhe HWK 1/2.

Die Diagnose: Alte, instabile Dens-Fraktur Typ II nach Anderson und d’Alonzo mit resultierender funktionsabhängiger, geringer Spinalkanalstenose..

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Fallstudie #5, Hochgradige spinale Enge im Bereich der HWS
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Der hier vorgestellte Patient erlitt 1999 bei einem Treppensturz eine Myelonkontusion. Nach dem Sturz kam es sofort zu einer Paraplegie mit kompletter schlaffer Parese sowohl der Arme als auch der Beine. Eine durchgeführte Rehamaßnahme führte zu einer inkompletten Restitution, mit noch vorhandener spastischer Tetraparese rechts- mehr als linksseitig.

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A-B: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Neutralstellung und Reklination
C-D: Axiale Aufnahmen im Sitzen in Höhe C2-C3: Neutralstellung und Reklination

Der Befund: Durch die Funktionsaufnahmen unter der natürlichen Gewichtsbelastung lässt sich die Instabilität bei HWK2/3 nachweisen. In der Neutralstellung besteht eine hochgradige spinale Enge auf Höhe der Bandscheibe HWK2/3. Der Spinalkanal ist durch Retrospondylose, Bandscheibenprotrusion und einen dorsalen Knochensporn hochgradig, kneifzangenartig eingeengt. Das Myelon ist komprimiert und erheblich ausgedünnt. In der Inklinationsstellung ist die Diskusvorwölbung bei HWK2/3 deutlich abgeflacht. Auch die umschriebene Vorwölbung von dorsal her ist nicht mehr vorhanden, so dass der Spinalkanal nunmehr erheblich weiter erscheint mit verminderter Kompression des Myelons. In Reklination ist die spinale Enge zunehmend.

Die Diagnose: Bei der Upright™-MRT der Halswirbelsäule zeigt sich in der Neutralstellung bei C2-C3 eine hochgradige Einengung des Spinalkanals mit erheblicher Kompression des Myelons. Dies ist teils bedingt durch die Vorwölbung des Diskus, möglicherweise auch unterstützt durch eine Einfaltung des hinteren Längsbandes und durch die Abhebung des Ligamentum flavum dorsal. In der Inklinationsstellung dann eine deutliche Weitstellung des Spinalkanals in erster Linie wohl bedingt durch eine Abflachung der Diskusvorwölbung bei C2-C3 und durch die Tatsache dass nunmehr das Ligamentum flavum dorsal anliegt.

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Fallstudie #6, Spondylolysthesis unter Gewichtsbelastung
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Das Upright-MRT Verfahren ermöglicht eine kernspintomographische Diagnostik aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung. Dadurch ist es möglich Pathologien zu visualisieren, die mit konventionellen Liegendaufnahmen nicht dargestellt werden können.

Die hier vorgestellte Patientin klagt seit 6 Monaten über Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlungen in den linksseitigen lateralen Ober- und Unterschenkel. Die Patientin beschreibt weiter eine deutliche Zunahme der Beschwerden nach längerem Stehen, nachts dagegen bestünde eine deutliche Besserung. Zur Abklärung wurde eine Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule durchgeführt. Die Aufnahmen im Liegen ergaben keinen eindeutigen pathologischen Befund. Die Wirbelkörper stehen zueinander regelrecht. Ein Bandscheibenvorfall findet sich nicht. Daraufhin erfolgte eine Untersuchung im Upright-MRT.

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A: Die konventionelle Liegendaufnahme im Tunnelsystem zeigt keinen eindeutigen Hinweis auf die Gründe der Beschwerden
B-C: Sagittale Aufnahme im Sitzen in Inklination und Reklination
D-E: Sagitale Aufnahme in neutraler aufrechter Körperhaltung im Sitzen und im Stehen

Der Befund: Die Aufnahmen im Upright-MRT erfolgten im Sitzen, in Neutralstellung, in Inklinations- und Extensionsposition, zusätzlich wurden Sequenzen im Stehen erstellt. Die Aufnahmen aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung zeigen eine ventrale Verlagerung von LWK4 gegenüber LWK5 im Sinne einer degenerativen Spondylolisthesis (Pseudospondylolisthesis) bei schwerer bilateraler, hypertropher Spondylarthrose. Der Spinalkanal ist hierdurch hochgradig eingeengt.

Die Bandscheibe LWK4/5 weist eine pathologisch vermehrte Beweglichkeit auf.

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Fallstudie #7, Instabilität im cervicooccipitalen Übergang
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Das Upright-MRT Verfahren ermöglicht eine kernspintomographische Diagnostik aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung. Ebenso sind mit dem Upright™-MRT komplette Bewegungsstudien möglich. Die Wirbelsäule z.B. lässt sich neben der neutralen, aufrechten Position auch unter Inklination, in Reklination, in lateraler Beugung oder auch in Rotation untersuchen. Dadurch ist es möglich, Pathologien zu visualisieren, die mit konventionellen Liegendaufnahmen nicht dargestellt werden können.

Der hier vorgestellte Patient hat bis Juni 2006 niemals Probleme mit der Halswirbelsäule beschrieben. Dann sei es plötzlich zum Auftreten von Schwankschwindel gekommen, der etwa 10 Minuten angehalten hätte. Über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule klagte der Patient nicht. Im Januar 2007 sei es nochmals zu einem Schwindelanfall gekommen. Seit dieser Zeit auch gelegentliche Klage über Kopfschmerzen.

Es erfolgte eine Funktionsuntersuchung der Halswirbelsäule mit besonderer Berücksichtigung des cervicooccipitalen Übergangs im Upright-MRT.

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A-C: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Inklination, Reklination und Neutralstellung

Der Befund: Durch die Funktionsaufnahmen im Upright™-MRT wird eine stärkere Instabilität im Bereich des cervicooccipitalen Übergangs sichtbar mit einer umschriebenen zangenförmigen Einklemmung des Myelons in der Inklinationsposition.

Auffällig ist eine kongenitale Aplasie des Dens, der im Bereich der vorgesehenen Densspitze lediglich als kleiner Knochenkern ausgebildet ist (Os odontoideum). In der Inklinationsposition kommt es offensichtlich zu einer umschriebenen Verschiebung des Atlas gegenüber dem Foramen magnum nach vorn, welche die erhebliche Einengung des Spinalkanals in Höhe des oberen Dens bewirkt. In der Reklination wird die Verlagerung des Atlas gegenüber dem Epistropheus nach dorsal sichtbar, mit einer deutlichen Dekompression des Myelons. Im Bereich des oberen Dens, in Höhe des Ligamentum transversum, ist eine umschriebene Myelopathie nachweisbar.

Nebenbefundlich zeigen sich Bandscheibendegenerationen auf den Etagen HWK2/3 bis HWK5/6 mit flachen Diskusprotrusionen, die allerdings keine klinische Relevanz besitzen.

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Fallstudie #8, LWS Eindeutige Sequestrierung in Inklination
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Die hier vorgestellte 56-jährige Patientin klagt seit ca. einem Jahr über Schmerzen im Bereich der caudalen Lendenwirbelsäule mit beidseitigen Ausstrahlungen paravertebral, sowie rechts lateral in die untere Extremität. Es bestünde eine leichte Entlastung bei Vorbeugung, keine Änderung der Beschwerden im Sitzen oder Stehen.

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A-C: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Inklination, Neutralstellung, Reklination
D: Axiale Aufnahme im Sitzen in neutraler aufrechter Körperposition

Die Diagnose: Die Aufnahmen im Upright-MRT, aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung zeigen eine dorsale Verlagerung von LWK 4 gegenüber LWK 5 ohne wesentliche Einengung des ventrodorsalen Durchmessers des Spinalkanals. In der Inklinations und Reklinationsposition kommt es zu keiner wesentlichen Änderung des Wirbelgleitens.

Durch die Funktionsaufnahmen lässt sich neben einem rechtsmediolateralen Bandscheibenprolaps zusätzlich lediglich in der Inklinationshaltung eindeutig ein Sequester abgrenzen, der in der Neutral- und Extensionsposition nur erahnt werden kann. Des Weiteren zeigen sich in dem entsprechenden Segment subcortikal degenerative Veränderungen im Sinne eines MODIC I sowie Bandscheibenprotrusionen in den Segmenten LWK 2 bis LWK 4.

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Fallstudie #9, Positionsabhängiger Bandscheibenprolaps im Bereich der HWS
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Die hier vorgestellte 44-jährige Patientin klagt seit ca. einem Jahr über Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule mit Ausstrahlungen in den Kopf und in das Gesicht. Die Beschwerden bestünden hauptsächlich in aufrechter Position, besonders stark bei Rückneigung. Die klinische Untersuchung ergab den Verdacht auf eine Nervenwurzelkompression bei C7.

Eine durchgeführte konventionelle kernspintomographische Untersuchung im Liegen ergab eine Protrusion (ca. 3mm) bei HWK 5/6 ohne wesentliche Einengung des Spinalkanals und ohne Beeinträchtigung der Nervenwurzeln.

Aufgrund der anhaltenden Beschwerden wurde eine Upright-Kernspintomographie durchgeführt, unter der natürlichen Gewichtsbelastung der Halswirbelsäule mit zusätzlichen Funktionsaufnahmen in Inklination und Reklination.

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A-B: Sagittale Aufnahmen im Sitzen: Inklination und Reklination
C: Sagittale Aufnahme im Sitzen in neutraler Haltung
D: Axiale Aufnahme im Sitzen in neitraler Haltung

Der Befund: Die Upright-MRT Untersuchung wurde im Sitzen durchgeführt, aufrecht und unter der natürlichen Gewichtsbelastung. Die Aufnahmen in Neutralstellung zeigen einen medianen / mediolateralen bis nach intraforaminär links einstrahlenden Bandscheibenprolaps mit Kompression des Myelons sowie auch einer Kompression und Verdrängung der Nervenwurzel C7 links interspinal. Die Bandscheibe überragt das Wirbelkörperniveau dorsal um 5mm. Dadurch verringert sich der ventrodorsale Durchmesser der zentralen Anteile des Spinalkanals auf 6mm.

In den Funktionsaufnahmen ergab sich in der Inklinationsposition eine Größenabnahme des Bandscheibenprolaps mit Zunahme der Weite der zentralen Anteile des Spinalkanals auf 8mm.

Die Funktionsaufnahmen in Reklination zeigten eine deutliche Größenzunahme des Bandscheibenbefundes, vor allem auch in kraniokaudaler Ausdehnung mit deutlicher Vorwölbung des hinteren Längsbandes. Zusätzlich zeigte sich auch eine Prominenz der Ligamenta flava, womit sich in der Summe eine zentrale Einengung des Spinalkanals auf 4,5 mm ergab.

Durch die Funktionsuntersuchung im Upright-MRT, aufrecht unter der natürlichen Gewichtsbelastung konnte die Ursache für die Beschwerden eindeutig diagnostiziert werden. Der klinische Verdacht auf eine Nervenwurzelkompression konnte bestätigt werden, zusätzlich konnte eine positionsabhängige Kompression des Myelons nachgewiesen werden.

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Fallstudie #10, Lage- und bewegungsabhängige multisegmentale Spinalkanalstenose im Bereich der HWS
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Die hier vorgestellte 44-jährige Patientin klagt über Beschwerden in der Schulterregion beidseits und einem diffusen Kribbelgefühl in den oberen Extremitäten beidseits. Schwindel und Kopfschmerzen bestünden nicht.

Zur Abklärung der Beschwerden wurde eine Upright-Kernspintomographie der Halswirbelsäule durchgeführt.

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A: Sagittale Aufnahmen im Liegen
B: Sagittale Aufnahme im Sitzen in neutraler Haltung
C-D: Sagittale Aufnahme im Sitzen in Inklination und Reklination

Der Befund: Eine Standard-MRT Untersuchung im Liegen (Abb. a) zeigte im Segment HWK4/5 und HWK5/6 flache dorsale Protrusionen der Bandscheiben ohne Hinweise auf eine Spinalkanalstenosen oder Nervenwurzelkompressionen in diesen Etagen.

In der Neutralstellung im aufrechten Sitzen (Abb. b) zeigten sich bei HWK4/5 und HWK 5/6 keine signifikanten Änderungen der Bandscheibenverhältnisse gegenüber einer Standard-MRT Untersuchung im Liegen.

In der Inklinationsposition (Abb. c) waren bei HWK4/5 und HWK 5/6 lediglich noch der Nachweis von sehr flachen Bandscheibenprotrusionen dorsal möglich. Der ventrodorsale Durchmesser der zentralen Anteile des Spinalkanals in diesen Höhen war erweitert gegenüber den Aufnahmen in der aufrechten Neutralposition.

In der Reklinationsposition (Abb. d) zeigte sich hier jedoch eine Abnahme des Spinalkanaldurchmessers bedingt durch eine Größenzunahme der Bandscheibenprotrusionen.

Die Upright-MRT Funktionsuntersuchungen in Inklination und Reklination zeigen eine lage- und bewegungsabhängige polysegmentale Spinalkanalstenose von HWK4/5 bis HWK6/7.

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Fallstudie #11, Höchstgradige spinale Enge im Bereich der LWS
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Die hier vorgestellte Patientin wurde 1995 an einem großen Bandscheibenvorfall im Segment LWK5/SWK1 operiert, der zu einer Lähmung beider Beine geführt hatte. Im Anschluß an die Operation hat sich die Parese der Beine vollständig zurückgebildet; die Patientin leidet jedoch unter persistierenden Rückenschmerzen.

Seit zwei Jahren haben die Schmerzen stark zugenommen mit Ausstrahlungen in beide Waden, rechts mehr als links. Der Patientin fällt insbesondere das Stehen und Gehen schwer, im Liegen ist sie weitgehend beschwerdefrei.

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A: Sagittale Aufnahmen im Liegen
B: Sagittale Aufnahme im Stehen
C-E: Sagittale Aufnahme im Sitzen: Inklination, Neutralstellung, Reklination

Der Befund: Eine durchgeführte Standard-MRT Untersuchung im Liegen (Abb. a) zeigte, wie auch eine Voruntersuchung vom November 2006, eine harmonische Lordose der Lendenwirbelsäule. Deutliche mediane Vorwölbung der Bandscheibe LWK4/5 in den Spinalkanal bei Chondrose. Zudem besteht eine Chondrose und Höhenminderung der Bandscheibe LWK5/SWK1. Die Bandscheibenfächer von LWK1/2 bis LWK3/4 stellen sich regelrecht dar.

Die Aufnahmen im Stehen (Abb. b) zeigen einen deutlichen Ventralversatz von LWK4 auf LWK5 von 9 mm bei schwerer hypertropher Spondylarthrose. Bedingt durch den Ventralversatz entsteht eine höchstgradige spinale Enge in dieser Etage.

Die Funktionsuntersuchung wurde im Sitzen durchgeführt in Inklination (Abb. c), Neutralstellung (Abb. d) und Reklination (Abb. e). In Reklination zeigt sich ebenso wie im Stand eine Akzentuierung der spinalen Enge bei nach vorne drückenden kleinen Wirbelgelenken. Darüber hinaus zeigt sich keine pathologische Beweglichkeit. Das Segment LWK5/SWK1 zeigt keine Beweglichkeit in den Funktionsaufnahmen. Eine neuroforaminale Enge findet sich in keiner Position.

Die Untersuchung zeigt eine höchstgradige belastungsabhängige spinale Enge bei LWK4/5 bedingt durch eine Ventrolisthesis von LWK4 auf LWK5 bei schwerer hypertropher Spondylarthrose.

Der Befund ist als Anschlussinstabilität zu interpretieren bei nicht mehr beweglichem Segment LWK5/SWK1.

Ein solcher Befund kann durch eine alleinige konventionelle Kernspintomographie im Liegen nicht dargestellt werden.

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Fallstudie #12, Spinale Enge bedingt durch eine instabile Anterolisthesis und nach intraspinal reichenden Synovialzysten.
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Bei dem vorgestellten Fall handelt es sich um einen Patienten, bei dem durch eine MRT-Untersuchung unter Gewichtsbelastung eine Diagnose gestellt werden konnte, die durch ein konventionelles MRT im Liegen nicht nachgewiesen werden kann.

Die Anamnese: Der vorgestellte 77-jährige Patient klagte über seit über einem Jahr bestehende belastungsabhängige Lumboischialgien. Neun Monate vor der Upright MRT Untersuchung ist eine für die Beschwerden ursächlich erachtete Synovialzyste des linken kleinen Wirbelgelenks LWK4/5 entfernt worden. Die Rückenschmerzen und die Schmerzen im rechten Bein haben sich gebessert. Die Schmerzen im linken Bein entlang des L5 – Dermatoms waren für nur drei Monate gebessert. Bei persistierenden Beschwerden ist einen Monat vor der Upright MRT Untersuchung ist ein Coflex Implantat zwischen LWK4 und LWK5 eingebracht worden, um eine Stabilisierung des betroffenen Segmentes zu erreichen. Die Beschwerden waren postoperativ identisch zur präoperativen Situation. Eine Untersuchung im Liegen zeigte wie auch präoperativ ubiquitär degenerative Veränderungen ohne höhergradige spinale oder neuroforaminale Enge.

Zum Ausschluß einer funktionellen Instabilität wurde daraufhin eine kinetisch-positionale Kernspintomographie im Upright-MRT durchgeführt.

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A-B: Sagittale Standardaufnahmen im Liegen
C-D: Sagittale Funktionsaufnahmen
E-F: Axiale Aufnahmen im Sitzen unter der natürlichen Gewichtsbelastung in Höhe L4-L5

Die Untersuchung:

Standard-MRT Untersuchung im Liegen: Die konventionelle MRT-Untersuchung im Liegen bestätigt den Ausschluss einer höhergradigen neuroforaminalen oder spinalen Enge bei Z.n. Coflex Implantation LWK4/5.

Upright-MRT Funktionsuntersuchung unter der natürlichen Gewichtsbelastung: Unter Gewichtsbelastung zeigt sich eine hochgradige spinale Enge LWK4/5. Ursächlich hierfür ist eine degenerative Anterolisthesis von LWK4 auf LWK5 von 7mm bei schwerer, bilateraler hypertrophe Spondylarthrose. Der Ventralversatz ändert sich in keiner Position unter Gewichtsbelastung. Die spinale Enge wird akzentuiert durch bilaterale, sich nach intraspinal vorwölbende Synovialzysten von den kleinen Wirbelgelenken LWK4/5 beidseits ausgehend. Die Zysten weisen einen Durchmesser von 11mm links und 6mm rechts auf. In Reklinationstellung zeigt sich ebenso wie im Stand eine Akzentuierung der spinalen Enge

Der Befund im Upright-MRT: Die Untersuchung zeigt eine hochgradige spinale Enge mit Akzentuierung in Reklination und im Stand bei instabiler, degenerativer Anterolisthesis LWK4 auf LWK5 bei schwerer hypertropher Spondylarthrose und nach intraspinal reichenden Synovialzysten, linksbetont.

Der vorgestellte Fall unterstreicht eindruckvoll die dynamische Komponente und die verschiedenen Faktoren die zu einer spinalen Enge führen können. Eine alleinige konventionelle Kernspintomographie im Liegen kann diese Komponenten nicht darstellen.

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